Cannabis-Sorten – im Englischen „Strains“ – sind gezielt gezüchtete Varianten der Cannabispflanze. Sie unterscheiden sich in Genetik, Wuchsform, Blütezeit, Aroma und Wirkstoffprofil. In diesem Strain-Guide erklären wir, woran du Sorten erkennst, welche Familien die Szene geprägt haben und wie sich bekannte Klassiker im Anbau verhalten.

- Es gibt mehrere Tausend benannte Cannabis-Sorten. Die meisten sind Kreuzungen weniger klassischer Linien wie Kush, Haze, Skunk und Chemdawg.
- „Indica“ und „Sativa“ beschreiben in der Praxis vor allem den Wuchs: Indica-dominante Pflanzen bleiben kompakt und blühen in etwa 7–9 Wochen, Sativa-dominante wachsen höher und brauchen oft 10 Wochen oder mehr.
- Fast alle modernen Strains sind Hybride. Das Verhältnis wird meist in Prozent angegeben, etwa 55 % Indica zu 45 % Sativa.
- THC-Angaben sind Richtwerte. Sie schwanken je nach Phänotyp, Anbau und Erntezeitpunkt um mehrere Prozentpunkte.
- Das Aroma entsteht durch Terpene wie Myrcen, Limonen, Caryophyllen und Pinen.
Cannabis-Sorten im Guide: Profile im Überblick
Jedes Sortenprofil folgt demselben Aufbau: Steckbrief, Herkunft, Genetik, Terpene, Anbau-Tipps und verwandte Sorten. So kannst du Strains direkt miteinander vergleichen.
| Sorte | Typ | Genetik | THC | Blütezeit | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| OG Kush | Indica-dominant | Chemdawg × Hindu Kush (umstritten) | ca. 19–24 % | 8–9 Wochen | Mittel |
| White Widow | Ausgeglichen | Brasil-Sativa × Südindische Indica | ca. 18–23 % | 8–9 Wochen | Leicht bis mittel |
| Sour Diesel | Sativa-dominant | Chemdawg 91 × Super Skunk (umstritten) | ca. 19–24 % | 10–11 Wochen | Mittel bis fortgeschritten |
OG Kush
Der Kush-Klassiker der US-Westküste: erdig, harzig, mit Kiefer und Kraftstoff. Stammvater von Girl Scout Cookies und Do-Si-Dos.
White Widow
Niederländischer Coffeeshop-Klassiker mit weiß bereiften Blüten, Cannabis-Cup-Sieger 1995 und robust im Grow.
Sour Diesel
Der Sativa-Klassiker aus New York mit stechendem Diesel-Aroma, hohem Wuchs und langer Blüte.
Der Guide wird laufend um weitere Strains erweitert.
Was sind Cannabis-Sorten?
Eine Cannabis-Sorte ist eine Linie mit einheitlichen, vererbbaren Merkmalen. Züchter kreuzen dazu zwei Elternpflanzen und wählen über mehrere Generationen die Nachkommen aus, die Wuchs, Aroma und Ertrag zuverlässig weitergeben. Das Ergebnis bekommt einen Namen – und wird im Idealfall stabil genug, um als Samen verkauft zu werden.
Weil Cannabis über Jahrzehnte im Verborgenen gezüchtet wurde, sind viele Stammbäume nur mündlich überliefert. Deshalb gibt es bei Klassikern wie OG Kush oder Sour Diesel bis heute mehrere Versionen derselben Geschichte. Diese Begriffe helfen beim Einordnen:
- Strain / Sorte
- Benannte Zuchtlinie mit typischen Merkmalen. Im Deutschen werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet.
- Landrasse
- Ursprüngliche, regional angepasste Pflanzen wie Afghani, Thai oder Hindu Kush. Sie sind die Basis fast aller modernen Sorten.
- Hybrid
- Kreuzung aus Indica- und Sativa-Genetik. Das trifft auf nahezu alle heutigen Strains zu.
- Phänotyp
- Die sichtbare Ausprägung einer Pflanze. Aus denselben Samen können leicht unterschiedliche Pflanzen wachsen.
- Clone only
- Eine Sorte, die nur als Steckling weitergegeben wurde, nicht als Samen – so war es lange bei OG Kush.
- Feminisiert / Autoflower
- Feminisierte Samen ergeben fast nur weibliche Pflanzen, Autoflower blühen unabhängig von der Lichtdauer.
So liest du ein Sortenprofil

Jeder Steckbrief im Guide fasst dieselben Kennzahlen zusammen. So ordnest du sie richtig ein:
- Typ (Indica, Sativa, Hybrid): Beschreibt vor allem Wuchsform und Blütedauer. Botanisch ist die Einteilung umstritten, für die Grow-Planung bleibt sie aber nützlich.
- THC und CBD: Prozentwerte aus Laboranalysen und Züchterangaben. Sie gelten für gute Bedingungen und sind kein Garantiewert.
- Terpene: Aromastoffe, die Geruch und Geschmack bestimmen. Wer mehr über diese Stoffgruppe wissen will, findet im Lexikon der Biologie eine gute Einführung.
- Blütezeit und Ertrag: Indoor-Werte unter guten Bedingungen. Im Freiland entscheiden Standort und Herbstwetter mit.
- Schwierigkeit: Unsere Einschätzung zu Höhe, Schimmelrisiko, Geruch und Nährstoffbedarf.
Die großen Sortenfamilien
Viele Strains lassen sich auf eine Handvoll Linien zurückführen. Wer diese Familien kennt, kann neue Namen schnell einordnen.
Kush: kompakt, dicht und erdig

Kush-Sorten gehen auf Landrassen aus dem Hindukusch zwischen Afghanistan und Pakistan zurück. Sie bleiben meist kompakt, bilden dichte Blüten und riechen erdig bis würzig. Der bekannteste Vertreter ist der kalifornische Kush-Klassiker OG Kush. Im Sortiment stehen etwa Bubba Kush mit Kaffee- und Kakaonoten und eine Hindu-Kush-Autoflower für schnelle Ernten.
Haze: hoch, zitrisch und ausdauernd
Haze-Linien entstanden in Kalifornien und wurden in den Niederlanden verfeinert. Sie wachsen hoch, blühen länger und duften zitrisch-würzig. Beispiele sind Amnesia Haze und die zitronige Lemon-Haze-Kreuzung.
Skunk und Afghani: robust und ertragreich
Skunk #1 verbindet afghanische, kolumbianische und mexikanische Genetik und gilt als einer der wichtigsten Hybride überhaupt. Gemeinsam mit Afghani-Linien steckt er in Klassikern wie Northern Lights und Afghan Skunk.
Diesel und Chem: scharf und unverwechselbar
Die Chemdawg-Familie brachte das typische Kraftstoff-Aroma hervor. Wie stark es sein kann, zeigt das Sortenprofil von Sour Diesel.
Dessert-Sorten: süß und modern
Seit den 2010er-Jahren prägen süße, fruchtige Kreuzungen den Markt – viele davon stammen von Girl Scout Cookies ab. Dazu zählen Gelato, Wedding Cake und die fruchtige Zkittlez.
Welche Cannabis-Sorte passt zu deinem Grow?
Die „beste“ Sorte gibt es nicht – entscheidend sind Platz, Standort und Erfahrung. Diese Übersicht hilft bei der Vorauswahl:
| Ausgangslage | Worauf achten | Passende Richtung |
|---|---|---|
| Wenig Platz indoor | Kompakter Wuchs, wenig Stretch | Indica-dominante Kush- und Afghani-Linien |
| Outdoor in DE/AT | Ernte bis Anfang Oktober, Schimmelresistenz | Früh reifende Hybride wie White Widow oder Autoflower |
| Schnelle Ernte | Kurzer Zyklus unabhängig vom Licht | Autoflowering-Sorten |
| Intensives Aroma | Starker Geruch, guter Aktivkohlefilter nötig | Diesel-, Chem- und Haze-Linien |
| Erster Grow | Robust, fehlertolerant, kurze Blüte | Einsteigerfreundliche Sorten |
Wie du Samen richtig vorbereitest, zeigt unser Ratgeber Samen Schritt für Schritt keimen lassen. Für die Planung lohnen sich außerdem unsere Guides zum Indoor-Grow für Einsteiger und zur Outdoor-Saison in Österreich und Deutschland.
Samen aus dem Twins Garden Sortiment
Viele der vorgestellten Familien findest du auch in unserem Shop – als feminisierte Samen, als schnelle Autoflower oder in der Auswahl Indica-lastiger Genetiken. Ob feminisiert oder automatisch blühend besser zu dir passt, erklärt der Vergleich feminisierte vs. Autoflower-Samen.
Hinweis zur Rechtslage: Die Sortenprofile dienen der Information für Sammler und Hobbygärtner. Ob und in welchem Umfang du anbauen darfst, hängt von deinem Land ab. Lies dazu, was in Deutschland erlaubt ist und wie die Rechtslage in Österreich aussieht.
Häufige Fragen zu Cannabis-Sorten
Wie viele Cannabis-Sorten gibt es?
Eine genaue Zahl gibt es nicht. Durch ständige Neuzüchtungen existieren mehrere Tausend benannte Sorten. Die meisten gehen auf wenige klassische Linien wie Kush, Haze, Skunk und Chemdawg zurück.
Was ist der Unterschied zwischen Indica und Sativa?
In der Praxis beschreiben die Begriffe vor allem Wuchs und Blütedauer. Indica-dominante Sorten bleiben kompakt und blühen meist in 7–9 Wochen, Sativa-dominante wachsen höher und brauchen oft 10 Wochen oder länger.
Was ist eine Hybrid-Sorte?
Ein Hybrid ist eine Kreuzung aus Indica- und Sativa-Genetik. Nahezu alle modernen Cannabis-Sorten sind Hybride, meist mit einer Dominanz in eine Richtung.
Wie zuverlässig sind THC-Angaben?
THC-Werte sind Richtwerte. Genetik, Phänotyp, Licht, Nährstoffe und Erntezeitpunkt können den tatsächlichen Gehalt um mehrere Prozentpunkte verändern.
Was ist der Unterschied zwischen Sorte und Phänotyp?
Die Sorte ist die benannte Zuchtlinie. Der Phänotyp ist die konkrete Ausprägung einer einzelnen Pflanze. Aus Samen derselben Sorte können Pflanzen mit leicht unterschiedlicher Höhe, Blütezeit und Aroma wachsen.
Welche Cannabis-Sorten eignen sich für Anfänger?
Robuste, kompakte Sorten mit kurzer Blütezeit verzeihen die meisten Fehler, etwa viele Indica-dominante Hybride und Autoflower. Konkrete Empfehlungen findest du in unserem Ratgeber für den ersten Grow.